Urheberrecht
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Schutzdauer
Gesetzliche Lage
Die Schutzdauer eines urheberrechtlich geschützten Werkes beträgt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.
Argumente zur Verringerung der Schutzdauer
- Risiko, dass Kulturgut verschwindet [1]
- Verhindert kommerzielle Ausbeutung von Erben und Rechteinhaber: z.B. Walt Disney [2]
- Behindert kulturelle Entwicklung: durch die lange "Verschlussdauer" wird die kulturelle Entwicklung künstlich zurückgehalten
Privatkopie
Als Privatkopie wird die Kopie eines urheberrechtlich geschützten Werkes für die nicht gewerbliche und nicht öffentliche Nutzung bezeichnet.[3]
Gesetzliche Lage
In Luxemburg besteht das Recht auf eine Privatkopie zu unmittelbaren oder mittelbaren nicht-kommerziellen Zwecken, unter der Bedingung, dass die Rechteinhaber einen gerechten finanziellen Ausgleich erhalten.[4] Die Kopie darf nur im unmittelbaren Freundes- und Familienkreis verwendet werden. Dieses Gesetz befolgt die Richtlinien einer EU-Direktive.[5] Die Bedingungen der Festlegung von Höhe und Art der Einbeziehung dieses finanziellen Ausgleichs, sowie die Höhe selber werden per grossherzoglicher Verordnung festgelegt, was bis Heute allerdings noch nicht geschehen ist. Somit existiert zur Zeit keine wirksame gesetzliche Regelung der Privatkopie in Luxemburg.
Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, Werke mit Hilfe technischer Massnahmen vor Urheberreschtsverletzungen zu schützen. Der Vesuch diese technischen Massnahmen zu umgehen ist verboten.[6] Allerdings dürfen die eingesetzen technischen Massnahmen die Benutzung des Werkes für den legitimen Besitzer nicht verhindern oder erschweren.[7] Privatkopien sind in dieser Reglung ausdrücklich einbegriffen. [8] Computerprogramme sind von dieser Regelung der technischen Massnahmen ausgenommen.[9]
- Verschiedene Regelungen für verschiedene Medien. Computerprogramme müssen die gleichen Privilegien geniessen wie andere Medien.
- Kopierschutz ist insofern unzulässig, als dass es das Recht auf die Privatkopie unterbindet.
- Fiktive Grenzen müssen abgeschafft werden (z.B. Region Code auf DVDs)
Vorteile freier Kopierbarkeit zu nicht-kommerziellen Zwecken
- Freie Verfügbarkeit von Wissen und Kultur: Bücher gibt es auch in der Bibliothek, Musik kann man auch vom Radio kopieren
- Die Nutzung des Mediums ist weniger eingeschränkt: wer eine CD kauft sollte das Recht haben sie im Auto oder zu Hause zu hören; niemand sollte gezwungen werden mehrmals die gleiche DVD zu kaufen wenn das Original beschädigt oder defekt ist.
Filesharing
Mit Filesharing (deutsch Dateifreigabe oder gemeinsamer Dateizugriff, wörtlich Dateien teilen) bezeichnet man das direkte Weitergeben von Dateien zwischen Benutzern des Internets unter Verwendung eines Peer-to-Peer-Netzwerks.[10]
Gesetzliche Lage
Wer in Luxemburg ein Computerprogramm mit dem Wissen oder dem Verdacht, dass es sich um eine illegale Kopie handelt, in Umlauf bringt macht sich der Fälschung strafbar und kann zivil- und strafrechtlich belangt werden.[11]
Argumente zur Legalisierung der Weitergabe zu nicht-kommerziellen Zwecken
- Keine schlüssigen Argumente, warum die Weitergabe von Medien illegal sein sollte. Bücher und CD's können auch legal von einer Person an die andere weitergegeben werden.
- Die Mittelmänner (Produzenten, Verleger) nehmen an Einfluss ab:
- Emanzipation der Künstler, keine Knebelverträge[12] mehr:
- Mehr Konkurrenz durch die Aufsplitterung der dominierenden Labels
- Realistischere Preise: Download-Musik darf nicht genauso teuer sein wie CDs
- "Demokratisierung der Musik"[15]
- Erheblicher Werbenutzen: Künstler können ihre Werke zu sehr geringen Kosten einem riesigen Publikum anbieten, illegale Kopien machen Künstler/Werke bekannt[16]
- Totale Überwachung: jede Kommunikation müsste überwacht werden
- Nicht durchsetzbar: illegale von legalen Downloads zu unterscheiden ist oft schwierig, bis unmöglich
- DMR beschränkt die Verfügbarkeit von Kultur: den Kunden werden nur geringe Nutzungsrechte erlaubt was die Qualität und die Verfügbarkeit von Kultur sehr einschränkt
- Filesharing als Radio der Zukunft
Wie verdienen Künstler ihr Geld?
- Künstler verdienen nicht weniger wegen Filesharing[17]
- Filesharing schließt Kauf von CDs nicht aus, im Gegenteil: Filesharer kaufen mehr Musik [18]
- Durch das Verringern des Einflusses von Mittelmännern verdienen Künstler pro gekauftem Medium mehr Geld. [---Quelle benötigt---]
- Konzerte [19]
- Verwertungsgebühren wenn das Werk zu kommerziellen Zwecken benutzt wird (z.B. Musik im Film, Film im Kino, CD/DVD Verkauf)
- Moderne Geschäftsmodelle z.B.:
Kriminalisierung der Bevölkerung
Einige europäische Staaten (allen voran Frankreich (loi Hadopi)[22] und Großbritannien[23]) planen die Umsetzung eines "Three-Strikes-Verfahren, wonach Internetbenutzern nach zwei Warnbriefen der Internetanschluss gekappt wird, falls sie illegale Downloads getätigt haben.
In der ersten Fassung des französischen Gesetzes durfte das Internet ohne richterlichen Beschluss gekappt werden. In der zweiten Fassung, und in der englischen Fassung können sich die Beschuldigten erst nachdem sie vom Netz genommen wurden an ein Gericht wenden.
Kritik:
- Aufhebung der Unschuldsvermutung: Verurteilung und Vollstreckung der Strafe ohne Gerichtsurteil, der Beschuldigte muss seine Unschuld beweisen
- Verletzung des Rechts auf Information [---Quelle benötigt---]
- Totale Überwachung: nur wenn der komplette Internetverkehr überwacht wird, kann man erkennen, wer auf welchen Seiten downloaded
- Rechtliche Ungewissheit: unmöglich den Unterschied zwischen legal und illegalen Downloads zu erkennen; auch auf Torrent-Seiten kann mal legal downloaden, auch auf anderen Seiten illegal
- Kriminalisierung eines großen Teiles der Bevölkerung: das Gesetz verkennt die Realität und das aktuelle Rechtsempfinden. 20% der Europäer benutzen Filesharing [24], jeder einzelne Internetbenutzer Europas downloadet Dateien aus dem Internet.
Weiterführende Links
- Telekompaket
- Cartoon-Zeichnerin Nina Paley verdient $ 55.000 mit Creative Commons
- "Kopieren zu verteufeln ist Heuchelei"
- Filmindustrie fordert Maßnahmen gegen Verlinkung illegaler Streaming-Seiten heise online
- Linksammlung zum Thema
ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement)
ACTA ist ein sich in Planung befindliches internationales Abkommen zwischen den USA, der Europäischen Union, der Schweitz, Japan, Australien, Südkorea, Neuseeland, Mexico, Jordanien, Marokko, Singapur, der Vereinigten Arabischen Emirate und Kanada, dessen Ziel es ist gegen den immer grösser aufkommenden globalen Handel mit gefälschten Waren und kopierten urheberrechts-geschützten Werken vorzugehen.[25] Die geheimen Verhandlungen sollen in 2010 abgeschlossen werden.
Weitere Informationen auf der österreichischen Wiki: ACTA PiratenWiki
Aufruf der Piratenparteien: Werdet jetzt aktiv gegen das "Anti-Counterfeiting Trade Agreement"!
Weiterführende Links
- USA machen Dampf bei Anti-Piraterie-Abkommen
- Anti-Piraterie-Abkommen ACTA Asynchron.net
- ACTA: USA machen Druck für "Three Strikes" futurezone.orf.at
- Anti-Piraterie-Abkommen für Netzsperren bei Urheberrechtsverstößen heise online
- ACTA – Three strikes, dann doch noch? lawblog.de
Creative Commons
Creative Commons[26] (englisch, „schöpferisches Gemeingut, Allmende“) ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, mittels derer Autoren an ihren Werken, wie zum Beispiel Texten, Bildern, Musikstücken usw., der Öffentlichkeit Nutzungsrechte einräumen können.[27]
Weblinks
- Digitale Entmündigung: Was Dir gehört, gehört Dir nicht ZDF Reportage zu DRM
- Creative Commons
- Luxembourg Organization for Reproduction Rights (Luxemburgische Copyright Verwertungsgesellschaft)
- Zusammenfassung der aktuellen Gesetzeslage durch Jean-Luc PUTZ
- GoogleTechTalk: Copyright regime vs. civil liberties GoogleTechTalk vum Rick Valkvinge mam Titel 'Copyright regime vs. civil liberties' (31 Juli 2007)
- Société des auteurs, compositeurs et éditeurs de musique
- “Es geht ums Überleben”
- Private Musik-CD-Kopien bleiben legal
Fußnote
- ↑ Disney stoppt Veröffentlichung seltener Mickey Mouse Comics
- ↑ Disney stoppt Veröffentlichung seltener Mickey Mouse Comics
- ↑ http://de.wikipedia.org/wiki/Privatkopie
- ↑ Artikel 10 §4 Loi modifiée du 18 avril 2001 sur les droits d’auteur, les droits voisins et les bases de coordonné
- ↑ Richtlinie 2001/29/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2001 zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft
- ↑ Artikel 71quater §4 Loi modifiée du 18 avril 2001
- ↑ Artikel 71quinquies §4 Loi modifiée du 18 avril 2001
- ↑ Artikel 71quinquies 2° §4 Loi modifiée du 18 avril 2001
- ↑ Artikel 71sexies §4 Loi modifiée du 18 avril 2001
- ↑ http://de.wikipedia.org/wiki/Filesharing#Landesvergleich_und_Ausblick
- ↑ Artikel 37 a) Loi modifiée du 18 avril 2001
- ↑ George Michael vs. Sony
- ↑ Courtney Love über die Vertragsbedingungen der Major Labels
- ↑ Illegal Downloads 150x More Profitable Than Legal Sales
- ↑ Shakira, Nelly Furtado und Norah Jones über Filesharing
- ↑ P2P-Blockbuster: Ink - 400.000 Downloads in weniger als zwei Wochen
- ↑ Do music artists fare better in a world with illegal file-sharing?
- ↑ http://www.heise.de/tp/blogs/6/146463
- ↑ Johannes B. Kerner 01.11.07 - Dieter Bohlen über Filesharing: Konzerte als Verdienstquelle
- ↑ Nine Inch Nails verschenkt Musik und verdient dennoch Millionen damit
- ↑ PC Spielerhersteller verkauft Game ab 1cent und verdient $100.000 in einer Woche
- ↑ http://en.wikipedia.org/wiki/HADOPI_law
- ↑ http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8328820.stm
- ↑ http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/7486743.stm
- ↑ http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement
- ↑ http://creativecommons.lu
- ↑ http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons

